Aus einer gelieferten STEP-Datei wird in wenigen Tagen ein einbettbarer Konfigurator
Eine Prozessgeschichte statt eines Kundenlogos: Schritt für Schritt vom CAD-Export über automatische Teil-Erkennung, Config-Pflege und Preislogik bis zum Freigabe-Link, den der Vertrieb teilen und die Website einbetten kann. Ehrlich inklusive der Stellen, an denen Menschen gebraucht werden.
Vom STEP-File zum Konfigurator (Prozessbeispiel) · Maschinenbau (Showcase)

- Ausgangspunkt
- eine STEP-Datei aus dem CAD des Herstellers
- Dauer
- wenige Tage bis zum teilbaren Konfigurator
- Automatisiert
- Import, Teil-Erkennung, Kompression, Basis-Konfiguration
- Handarbeit
- Benennung prüfen, Optionslogik, Preise, Feinschliff
Schritt 1: CAD-Import und automatische Teil-Erkennung
Am Anfang steht eine STEP-Datei, wie sie jedes CAD-System exportiert. Die Import-Pipeline liest Geometrie, Baugruppenstruktur und Farben ein, wandelt die exakten Flächen in ein webtaugliches Dreiecksnetz und komprimiert das Ergebnis um rund 80 Prozent, damit es auch mobil in Sekunden lädt. Gleichzeitig werden die Bauteile erkannt und gruppiert: gleiche Teile als Instanzen, Baugruppen als Einheiten, vorhandene CAD-Namen übernommen. Daraus entsteht automatisch eine erste Konfiguration mit Teileliste. Dieser Schritt läuft maschinell und dauert je nach Modellgröße Sekunden bis wenige Minuten.
Schritt 2: Kuratieren, was die Automatik nicht wissen kann
Hier beginnt die ehrliche Handarbeit. CAD-Dateien tragen oft leere oder kryptische Bauteilnamen, die für Endkunden nichts bedeuten; sie werden geprüft und fachlich benannt. Materialien und Farben werden je Bauteil festgelegt, vom technischen CAD-Look bis zum fotorealistischen Endprodukt mit korrekter Oberfläche. Bauteil-Beschreibungen, Hotspots und sinnvolle Kamera-Ansichten entstehen ebenfalls in diesem Schritt, idealerweise mit Fachwissen des Herstellers. Nichts davon ist Programmierarbeit, aber es ist Sorgfaltsarbeit: Die Automatik liefert die Struktur, den Sinn liefern Menschen.
Schritt 3: Optionslogik und Preise
Jetzt wird aus dem 3D-Viewer ein Konfigurator. Die wählbaren Optionen werden als Regelwerk hinterlegt: welche Schritte der Auswahl-Wizard führt, welche Optionen sich gegenseitig voraussetzen oder ausschließen, welche Vorauswahl aus Kundeneingaben folgt. Dazu kommt die Preislogik aus Grundpreis, Optionsaufpreisen und Mengenstaffeln. Quelle dafür sind Preisliste und Katalogregeln des Herstellers; die Übertragung ist Fleißarbeit mit Rückfragen, denn spätestens hier zeigen sich Lücken und Widersprüche im gewachsenen Regelwissen. Diese Klärungsrunden mit dem Hersteller sind erfahrungsgemäß der Takt, der die Projektdauer bestimmt, nicht die Technik.
Schritt 4: Freigabe-Link, Einbettung, Betrieb
Der fertige Konfigurator wird nicht zwingend öffentlich geschaltet. Ein widerruflicher Freigabe-Link macht ihn für ausgewählte Empfänger zugänglich: für die Fachabteilung des Herstellers zur Abnahme, danach für dessen Kunden. Per iframe-Snippet lässt er sich in die Website des Herstellers einbetten, auf Wunsch white-label ohne fremdes Branding. Abgeschlossene Konfigurationen landen als strukturierte Anfrage mit allen Optionen und Preisen beim Vertrieb, jede Konfiguration ist als Link teilbar. Von der gelieferten STEP-Datei bis zu diesem Punkt vergehen bei einem einzelnen Produkt typischerweise wenige Tage, den größten Anteil daran haben die Abstimmungen zu Benennung, Regeln und Preisen.
Das können Sie mitnehmen
Die Technik ist schnell, die Klärung braucht den Hersteller
Import, Kompression und Basis-Konfiguration laufen automatisiert in Minuten. Was die Kalenderzeit bestimmt, sind fachliche Antworten: korrekte Teilnamen, gültige Kombinationen, aktuelle Preise. Wer diese Zuarbeit einplant, bekommt in Tagen ein Ergebnis.
Erst ein Produkt, dann der Katalog
Der bewährte Einstieg ist ein einzelnes, repräsentatives Produkt. An ihm werden Benennung, Look und Regelwerk abgestimmt; danach skaliert derselbe Prozess über Baugrößen und Varianten deutlich schneller, weil die Entscheidungen schon gefallen sind.
Ein Freigabe-Link senkt die Einstiegshürde
Weil der Konfigurator nicht sofort öffentlich sein muss, kann ein Hersteller klein starten: intern abnehmen, mit ausgewählten Kunden testen und erst dann breiter ausrollen. Das nimmt dem Projekt das Risiko einer großen Einmal-Entscheidung.