Konfigurator-Projekt starten: die Checkliste für Hersteller

Checkliste fürs Konfigurator-Projekt: welche CAD-Daten, Preislogik und Regeln Hersteller liefern müssen, damit der Konfigurator in Wochen live geht.

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Schreibtisch mit ausgedruckter Projektcheckliste, technischen Zeichnungen und einem Laptop mit 3D-Produktkonfigurator
Bild mit KI erstellt oder bearbeitet

Ein Konfigurator-Projekt steht und fällt mit vier Lieferungen des Herstellers: CAD-Daten, Preislogik, Optionsregeln und klaren Freigaben. Wer diese vier Pakete vor dem Start vorbereitet und mit einem einzigen Pilotprodukt beginnt, kann bei vorhandenen CAD-Daten und überschaubarem Optionsraum in wenigen Wochen live sein. Diese Checkliste zeigt, was genau zu liefern ist, wie die Phasen laufen und wo Projekte erfahrungsgemäß stocken.

Die Entscheidung für einen Produktkonfigurator fällt in vielen Unternehmen schnell: Der Nutzen leuchtet ein, eine Demo hat überzeugt, das Budget ist da. Dann startet das Projekt, und es zeigt sich, dass die eigentliche Arbeit nicht beim Dienstleister liegt, sondern im eigenen Haus. Nicht weil die Technik schwierig wäre, sondern weil ein Konfigurator das Unternehmen zu etwas zwingt, das vorher oft niemand tun musste: das eigene Produktwissen vollständig, widerspruchsfrei und schriftlich auf den Tisch zu legen.

Was muss ein Hersteller für ein Konfigurator-Projekt liefern?

CAD-Daten, Preislogik, Optionsregeln und benannte Entscheider. Diese vier Lieferpakete bestimmen Tempo und Qualität des Projekts. Alle vier existieren in jedem Unternehmen, aber selten in projekttauglicher Form.

  • CAD-Daten: 3D-Modelle der Produkte als STEP oder IGES, idealerweise als Zusammenbau je Baugröße oder Variante. Die Web-Aufbereitung übernimmt der Anbieter, aber die Quelldaten müssen vollständig sein, auch für Varianten und Anbauteile
  • Preislogik: Grundpreise, Optionsaufpreise, Mengenstaffeln und Rabattregeln, schriftlich und aktuell. Eine Preisliste als PDF ist ein Anfang, eine gepflegte Tabelle mit eindeutigen Zuordnungen ist besser
  • Optionsregeln: welche Optionen sich gegenseitig voraussetzen oder ausschließen, welche Kombinationen technisch nicht baubar sind, welche Baugröße welche Traglast trägt. Dieses Wissen liegt oft nur in den Köpfen der erfahrenen Mitarbeiter
  • Freigaben und Zuständigkeiten: wer Produktnamen, Beschreibungstexte, Preise und die Darstellung final abnimmt, und wie schnell dieser Weg ist. Ein Projekt ohne benannten Entscheider verliert in jeder Abstimmungsrunde Wochen
  • Ergänzend: Logo und Gestaltungsvorgaben für Angebots-PDF und Einbettung, Fotos oder Farbmuster der realen Oberflächen als Referenz für das Rendering

Ein realistischer Selbsttest vor Projektstart: Bitten Sie einen Mitarbeiter, der nicht im Vertrieb arbeitet, aus den vorhandenen Unterlagen ein beliebiges Produkt vollständig zu spezifizieren, mit Preis. Überall, wo er nachfragen muss, fehlt dem Projekt später eine Regel. Diese Lücken vor dem Start zu schließen ist um ein Vielfaches billiger als währenddessen.

In welchen Phasen läuft ein Konfigurator-Projekt?

In sechs Schritten: Produktauswahl, Datenphase, Regelwerk, Abstimmung, interne Prüfung und Freigabe mit Einbettung. Am Anfang steht die Produktauswahl, also nicht das ganze Sortiment, sondern ein Pilotprodukt mit klarem Optionsraum und echter Nachfrage. Darauf folgt die Datenphase, in der CAD-Modelle aufbereitet, Teile benannt und Strukturen geprüft werden. Parallel entsteht das Regelwerk: Optionen, Abhängigkeiten und Preise werden in die Konfigurationslogik übersetzt. Dann kommt die Abstimmungsphase mit Korrekturrunden an Darstellung, Texten und Preisen, gefolgt von der internen Prüfung durch Vertrieb und Technik. Den Abschluss bilden Freigabe, Einbettung in die Website und die Übergabe der Pflegeprozesse.

Rechenbeispiel zur Einordnung der Aufwände: Wenn die Datenphase beim Anbieter zwei Wochen dauert, das Regelwerk aber sechs Wochen auf eine vollständige Preisliste des Herstellers wartet, bestimmt die Preisliste die Projektdauer, nicht die Technik. In der Praxis liegen die kritischen Pfade fast immer auf der Herstellerseite, und genau deshalb lohnt sich die Vorbereitung der vier Lieferpakete vor dem offiziellen Start.

Für die Planung hilft eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten: Alles, was Produktwissen ist, kommt vom Hersteller, alles, was Übersetzung und Technik ist, vom Anbieter. Der Anbieter kann CAD-Daten aufbereiten, aber nicht entscheiden, welche Variante es geben soll. Er kann Preisregeln abbilden, aber nicht festlegen, ab welcher Stückzahl welcher Rabatt gilt. Projekte laufen dann rund, wenn beide Seiten diese Grenze kennen und niemand darauf wartet, dass die jeweils andere Seite eine Entscheidung trifft, die nur die eigene treffen kann.

Woran scheitern Konfigurator-Projekte wirklich?

Selten an der Technik, meist an drei Mustern: Vollständigkeitsanspruch, implizitem Wissen und verwaister Pflege. Das erste Muster ist der Vollständigkeitsanspruch: Das Projekt soll gleich alle Produktlinien, alle Sonderfälle und alle Sprachen abdecken. Solche Projekte werden groß, teuer und kommen nie live. Die Gegenstrategie ist ein Pilot mit einem Produkt, der in Wochen sichtbar wird und intern Vertrauen schafft. Erweiterung ist danach Routine, besonders wenn die Engine config-getrieben arbeitet und neue Produkte nur Daten brauchen, keinen neuen Code.

Das zweite Muster ist das implizite Wissen: Die Optionsregeln stehen nirgends, weil der Vertrieb sie im Kopf hat. Im Projekt fällt das erst auf, wenn der Konfigurator eine Kombination erlaubt, die es nicht geben darf, oder eine verbietet, die gängige Praxis ist. Die Gegenstrategie ist ein strukturierter Fragenkatalog am Projektanfang und die Bereitschaft, Grenzfälle nachzureichen: Ein gutes Projekt plant von vornherein mehrere Frage-Antwort-Runden zwischen Anbieter und Fachabteilung ein, denn sie sind kein Zeichen schlechter Vorbereitung, sondern der normale Weg, implizites Wissen explizit zu machen.

Das dritte Muster ist die verwaiste Pflege: Der Konfigurator geht live, ein Jahr später stimmen die Preise nicht mehr, und das Werkzeug verliert intern seine Glaubwürdigkeit. Die Gegenstrategie ist, die Pflege von Anfang an als Rolle zu definieren: Wer ändert Preise, wer gibt neue Optionen frei, wer prüft nach Sortimentsänderungen. Bei einem config-getriebenen System wie Configro ist die Pflege bewusst als Datenänderung angelegt, Preise, Namen und Anzeigeoptionen lassen sich in der Verwaltung anpassen, ohne Entwicklungsaufwand. Aber auch die einfachste Pflege braucht einen Zuständigen.

Was gehört auf die Checkliste vor dem ersten Anbietergespräch?

Sechs Punkte, die sich mit Ja oder Nein abhaken lassen. Pilotprodukt gewählt und begründet. CAD-Daten als STEP oder IGES vorhanden, inklusive Varianten. Preislogik schriftlich, aktuell und intern abgestimmt. Optionsregeln dokumentiert oder zumindest die Wissensträger benannt und mit Zeit ausgestattet. Entscheider für Freigaben benannt, Reaktionszeiten vereinbart. Pflege-Zuständigkeit nach Go-Live geklärt. Wer diese sechs Punkte abhaken kann, hat die häufigsten Projektrisiken ausgeräumt, bevor sie entstehen. Einen Eindruck davon, wohin die Reise führt, gibt eine laufende Demo, und wer die Investitionsseite klären will, findet die Kostenfaktoren im verlinkten Beitrag.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Konfigurator-Projekt?

Bei einem Produkt mit überschaubarem Optionsraum und vorhandenen CAD-Daten sind wenige Wochen realistisch. Die Dauer hängt weniger von der Technik ab als davon, wie schnell der Hersteller Preislogik und Optionsregeln vollständig und entscheidungsreif liefert. Wartet das Regelwerk sechs Wochen auf eine freigegebene Preisliste, bestimmt die Preisliste den Go-Live, nicht die Aufbereitung der 3D-Modelle.

Welche CAD-Formate braucht ein Konfigurator-Anbieter?

Neutralformate wie STEP oder IGES genügen in der Regel, idealerweise als Zusammenbau je Baugröße oder Variante. Die Aufbereitung fürs Web, also Vereinfachung, Strukturierung und Kompression, übernimmt der Anbieter. Native Formate des eigenen CAD-Systems sind nicht nötig. Wichtiger als das Format ist die Vollständigkeit: Auch Anbauteile, Zubehör und seltene Varianten sollten als Modell vorliegen.

Wer sollte ein Konfigurator-Projekt beim Hersteller verantworten?

Eine Person mit Entscheidungsbefugnis über Produkt und Preis, meist aus Vertriebsleitung oder Produktmanagement. Sie muss Varianten streichen, Preise freigeben und Grenzfälle entscheiden dürfen, ohne jede Frage in eine Runde zu tragen. Die Konstruktion liefert zu, trägt das Projekt aber selten gut allein, weil ihr der Blick auf die Fragen fehlt, die Kunden tatsächlich stellen.

Mit wie vielen Produkten sollte ein Konfigurator-Projekt starten?

Mit einem. Ein Pilotprodukt mit klarem Optionsraum und echter Nachfrage wird in Wochen sichtbar und zeigt intern, was der Konfigurator leistet. Projekte, die gleich alle Produktlinien, Sonderfälle und Sprachen abdecken wollen, werden groß und kommen oft nie live. Arbeitet die Engine config-getrieben, brauchen weitere Produkte danach nur Daten, keinen neuen Code.

Was muss nach dem Go-Live eines Konfigurators gepflegt werden?

Vor allem Preise, Optionen und Texte. Jede Preisrunde, jede neue Variante und jede abgekündigte Option muss im Konfigurator ankommen, sonst verliert er intern schnell seine Glaubwürdigkeit. Deshalb gehört vor dem Start fest, wer Preise ändert, wer neue Optionen freigibt und wer nach Sortimentsänderungen prüft. Bei config-getriebenen Systemen ist das Datenpflege, kein Entwicklungsauftrag.

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